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Seit der Umsetzung der europäischen MID-Richtlinie sind auch in Deutschland Zapfsäulen mit Temperaturkompensation zulässig. Diese gleichen beim Tankvorgang die angezeigte Abgabemenge entsprechend der errechneten Ausdehnung bei einer angenommenen Umgebungstemperatur von 15 °C an. In gemäßigten Breiten liegt die Bodentemperatur ganzjährig selten über 15 °C, so dass durch Temperaturkompensation i. d. R. eine höhere als die tatsächliche Abgabemenge angezeigt und abgerechnet wird.

Der Korrekturfaktor beträgt bei Vergaserkraftstoffen ca. ein Promille je Kelvin, woraus folgt, dass z. B. bei einer Abgabe von 100 Litern 9 °C kalten Treibstoffs 100,6 Liter abgerechnet würden. Temperaturkompensierte Zapfsäulen sind dadurch zu erkennen, dass auf Anzeigetafel und Rechnung die Einheit für die Abgabemenge nicht „Liter“ oder „l“ lautet, sondern „Liter bei 15 °C“.

Für den Betreiber haben temperaturkompensierte Zapfsäulen den Vorteil, dass die Abgabe an den Kunden zu denselben Bedingungen erfolgt wie auch die Belieferung (diese erfolgt grundsätzlich temperaturkompensiert), was den ansonsten zwangsläufig auftretenden „Schwund“ reduziert. Für den Kunden haben temperaturkompensierte Zapfsäulen den Nachteil, dass diese im Vergleich zu einer konventionellen, bei der tatsächlichen Abgabetemperatur messenden Säule die gezapfte Kraftstoffmenge nicht unterschätzt.

Quelle: Wikipedia