Unterschiede von Kraftstoff- und Ölversorgungsanlagen
im oberirdischen und unterirdischen Bergbau
In der zentralen Kraftstoffbevorratung sind oberirdischer und unterirdischer Bergbau ähnlich strukturiert. Beide Bereiche haben im jeweiligen Förderfeld eine technische Basis mit Verwaltung, Werkstätten, Rohstoffaufarbeitung bzw. -behandlung sowie ein zentrales Tanklager, welches bis zu mehreren 100.000 Liter Volumen haben kann. Hier erfolgt die Anlieferung in der Regel in Tanktrucks aber auch in Kesselwagen der Eisenbahn.
Großtanklager – das Krampitz Konzept
Tanklager – doppelwandig, vollautomatisch verbunden und überwacht
Krampitz hat hierfür ein Konzept eines Batterie-Großtanklagers entwickelt, welches sich seit vielen Jahren an unterschiedlichsten internationalen Einsatzorten bewährt.
Der größte Vorteil besteht im einfachen internationalen Transport der Conainerbausteine und dem schnellen Aufbau am Einsatzort.
Für dieses Konzept können je nach Anwendungsfall 3 Containerdimensionen verwendet werden.
- Die 20“ Variante mit jeweils 25.000 Liter Volumen pro Container.
- Die 40“ Variante mit jeweils 60.000 Liter Volumen pro Container.
- Die XXL Variante mit jeweils ca. 90.000 Liter Volumen pro Tankkammer.
Jede Tankbatterie besteht hierbei aus einem zentral angeordnetem Administrator-Container mit Pumpen, Zählwerken, Filtern und Zentralsteuerung und fünf Worker-Lagercontainer auf jeder Lagerseite des Administrators. In Summe besteht als eine Standard-Lagertankbatterie aus einem Administrator, welcher alle Abläufe regelt und bis zu 10 Worker. Die Batterie kann in einer größeren Ausbaustufe auf 20 Worker erweitert werden.
Dieses ganze Tanklager ist doppelwandig gestaltet, vollautomatisch verbunden und überwacht. Hier können Tankwagen und Kesselwagen mit eigenen Kraftstoffpumpen (Förderleistung 700-1.000 ltr/min) entladen werden. Die Zuweisung bzw. die Auswahl der zu befüllenden Worker erfolgt vollelektronisch durch integrierte Motorkugelhähne. Auch Großmaschinen und Fahrzeuge sowie Reviertankwagen können hier befüllt werden. Je nach verwendeten Containergrößen können so bis zu einer Million Liter Tanklagervolumen realisiert werden.
Reviertankstellen – Betankung mit Reviertankwagen aus Großtanklager
Im Revier Untertage bzw. im jeweiligen Tagebau Obertage befinden sich Reviertankstellen, welche durch Reviertankwagen aus dem Großtanklager versorgt werden. Hier tanken alle vorbeifahrenden Arbeitsmaschinen und Fahrzeuge.
Krampitz hat hierfür spezielle Tankstellen entwickelt. Reviertankstellen Untertage haben in der Regel 5.000 bis 7.000 Liter Volumen und Betankungszapfanlagen mit Förderleistungen von 50 bis 120 Liter pro Minute.
Reviertankstellen Obertage haben in der Regel ein Volumen von 20.000 bis 50.000 Liter. Hier sind die Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen viel größer und haben höhere Verbräuche. Die Zapfanlagen haben Förderleistungen von 50, 120 bis zu 200 Liter pro Minute.
Die Reviertankwagen bestehen beim Krampitz-Konzept aus Wechselcontainern Typ „Pegasus“, welche am Großtanklager abgestellt und befüllt werden.
Das Trägerfahrzeug lädt sich einen befüllten Wechseltankcontainer auf und fährt wieder ins Revier. Hierdurch gibt es keine Stillstands- und Wartezeiten. Jeder Wechseltankcontainer ist doppelwandig aus Stahl gefertigt und mit einer Vakuumlecküberwachung ausgestattet.
Diese Container haben in einem rückseitigen Maschinenkabinet eine große Förderpumpe mit Zählwerk sowie einen 5m langen Betankungsschlauch zur Betankung der Reviertankstellen. Den elektrischen Versorgungsstrom erhält der Container von der fest installierten Reviertankstelle.
Diese Wechseltankcontainer sind vielfach seit über 25 Jahren im Einsatz und arbeiten zur vollsten Kundenzufriedenheit. Je nach Einsatzort haben sie unterschiedliche Dimensionen und Formen.
Obertage haben sie 20“ Containerabmessungen mit reduzierter Höhe. Hier wird mit Volumen von 7.000, 10.000 und 15.000 Liter je nach Tagebau gearbeitet. Die Containerwechselsysteme sind hierbei entweder hydraulische Hakengeräte oder Wechselbrücken.
Für kleine und schmale unterirdische Schächte wird ein anderes Transportsystem genutzt. Es besteht aus einem Spezialanhänger, welcher hinten offen ist. Dieser Anhänger wird über den stehenden Wechselcontainer geschoben und auf jeder Längsseite sowie der Stirnwand am Container arretiert und über einen Hilfsrahmen hydraulisch ausgehoben. Diese Anhänger sind Spezialanfertigungen eines deutschen Fahrzeugbauers.
Hier sind die Wechselcontainer Ein-, Zwei- oder Dreikammerversionen für Kraftstoffe aber auch für spezielle Öle. Die Volumina betragen 5.000 bis 7.000 Liter pro Container. Die jeweiligen Fördermengen der installierten Pumpen variieren von 25 bis zu 250 Liter pro Minute.
Transporttank Centaur IBC
Ein weiteres hochmodernes Transportsystem sind die Centaur IBC von Krampitz.
Diese IBC (Intermediate Bulk Container) sind doppelwandige Stahltanks mit internationaler Transportzulassung für gefährliche flüssige Medien. Sie können alleine aber auch als Batterie arbeiten. Hierfür werden sie auf Containerplattformen bzw. auf offenen LKW-Trailern montiert und abgespannt.
Jeder Bergmann weiß, dass Tankwagen herkömmlicher Bauart auf Schotterpisten maximal mit Geschwindigkeiten von 5-10km/h fahren können. Falls sie hier schneller fahren kommt es durch die Fahrzeugwindungen und Vibrationen, ausgelöst durch Fahrbahnlöcher und Mulden, zu Haarrissen im Tankkörper und damit zur Zerstörung des Tankwagens.
Beim Arbeiten mit Centaur-Einheiten ist dieses Thema kein Problem. Jeder Centaur steht für sich alleine und arbeitet wie ein Wirbelknochen innerhalb einer Wirbelsäule. Verwindungen, Stöße, Schläge und abrupte Wechsel des Fahrzeuglevels in schwerem Gelände beeinträchtigen die Stabilität der Centaur-Einheiten in keinster Weise.
Centaur-Tanks werden mit Volumen von 1.000, 1.500, 2.000, 2.500 und 3.000 Litern gefertigt. Spezielle Centaur-Containerplattformen vereinen die offene Transportfläche für die Containertanks mit einer festen Ausrüstungskabine zum Einbau eines Dieselmotors und anderer Ausrüstung.
Jeder Centaur kann mit einer Zapfpumpe, einem Zählwerk und einem Partikel- und Wasserabscheider ausgerüstet werden. Hierfür befindet sich an der Stirnwand des Centaur eine Installationsnische. Ein 8m langer Zapfschlauch mit automatischer Zapfpistole macht das Installationspaket vollständig.
Für eine moderne Verbrauchsüberwachung stehen intelligente elektronische Möglichkeiten zur Verfügung:
- Die einfachste Möglichkeit ist die Eingabe eines Zahlencodes in eine Tastatur an der Zapfanlage. Dieser Zahlencode gibt die Anlage frei und speichert die auf diesen Zahlencode abgegebene Kraftstoff- oder Ölmenge. Diese Information wird in einem Datenspeicher des „Tankautomaten“ gespeichert und über Datentransfer an den Betreiber ausgegeben. Dieser Transfer kann über Funk, Datenleitungen oder Daten-Stick erfolgen.
- Die zweite Möglichkeit ist die Nutzung von TAG’s bzw. Transpondern, die einem Fahrzeug zugeordnet sind.
- Die dritte Möglichkeit ist die Befestigung eines TAG’s am Tankstutzen des betreffenden Fahrzeugs.
- Die vierte Möglichkeit ist die Installation einer Funkbox im betreffenden Fahrzeug zur kontaktlosen Fahrzeugerkennung, Freigabe und Datenübertragung von Maschinenlaufzeiten, Füllständen und Verbrauchsdaten.















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