Professionelle Schmierölversorgung

Professionelle Schmierölversorgung für große Gasmotoren, Dieselmotoren sowie auch Großkompressoren

Warum und wofür professionelle Schmierölversorgungsanlagen?

Seit 1994 baut Krampitz Ölversorgungsanlagen. Mehrere 100 Anlagen wurden in diesem Zeitraum produziert. Verbrennungsmotoren wie auch Kompressoren werden über eine Öl-Umlaufschmierung aus der Ölwanne der jeweiligen Maschine versorgt. Dieses Öl, auch Schmieröl genannt, sorgt für die Schmierung der Kurbelwelle sowie für die Gleitfähigkeit zwischen Kolben und Zylinderwand.

Die Maschine verbraucht im Betrieb kontinuierlich Kleinstmengen an Schmieröl. Ein korrekter Ölstandslevel in der Ölwanne der Maschine ist eine Grundvorrausetzung für einen störungsfreien Betrieb des Motors. Bei kleinen Maschinen wird der Füllstand der Ölwanne über einen Ölmessstab, welcher über bzw. in der Ölwanne sitzt, ermittelt. Die Nachfüllung erfolgt hierbei manuell durch das jeweilige Servicepersonal. Professionelle Großmaschinen werden in der Regel über eigenständige Schmierölversorgungsanlagen versorgt.

Genereller Aufbau von Schmierölversorgungsanlagen

Diese Schmierölversorgungsanlagen verfügen über einen Frischöltank zur Lagerung des erforderlichen Schmieröls. Dauerlaufmaschinen wie Blockheizkraftwerke oder Powerstations verfügen in der Regel über ein Vierteljahresvolumen für die Ölwechsel bzw. für ca. 2200 Betriebsstunden. Natürlich ist auch ein entsprechender Altöltank Teil des Systems.

Dieser Altöltank wird zur Aufnahme des Altöls (fällt bei den Ölwechseln der Maschinen an) benötigt, welcher regelmäßig nach 500 bis 1000 Betriebsstunden, je nach Herstellerangaben durchgeführt werden muss.

Die Tanks sind mit Füllstandsschaltern, Überfüllsicherungen sowie mechanischen Schwimmer-Inhaltsanzeigen ausgerüstet. Optional kann auch eine vollelektronische Inhaltsanzeige auf Ultraschallbasis installiert werden. Diese zeigt den Füllstand des Tanks in Prozent sowie auch in Litern an.
Der Tank ist doppelwandig aus Stahl mit Vakuumlecküberwachung.

Weitere Ausrüstungsbestandteile sind die Fischölpumpe bzw. die Altölpumpen und dezentrale Tagestanks.

Altölförderstationen (OSP genannt) werden direkt neben der Ölwanne der Maschine bei zu langen Leitungswegen zum Altöltank installiert.

Eine Fassstation dient bei Anlieferung des Frischöls in Fassgebinden der Annahme des Öls in die Anlage sowie der Entsorgung von Altöl in Fassgebinde.

Außerdem sind Befüll- und Entsorgungsschränke mit Tankwagenanschluss zur Annahme bzw. Absaugung von Frischölen bzw. Altölen aus bzw. in Tankwagen im Programm.

Die Niveaustandsregelung des Schmieröls in der Ölwanne

Die Ölwannen der Großmaschinen verfügen über unterschiedliche Nivaustandsmessungen und –regelungen. Professionelle Großanlagen sind in der Regel mit elektronischen Füllstandschaltern in einem externen Schwimmergehäuse direkt an der Seite der Maschine ausgerüstet. Diese Füllstandschalter arbeiten in der Regel mit Reedkontakten welche bei sinkendem Füllstand den Stromkreis schließen. Hierdurch wird das Einlassmagnetventil der Frischölleitung an der Ölwanne geöffnet und Frischöl kann einströmen.

Bei steigendem Füllstand, in der Max-Position, öffnet der Reedkontakt. Der Stromkreis wird unterbrochen und das Einlassmagnetventil schließt (stromlos geschlossen).

Je nach Anlagenaufbau, falls keine Tagestanks installiert sind, kann auch die Frischölpumpe des Frischöltanks bei Öffnen des Einlassmagnetventils angefordert werden.

Es gibt auch mechanische Ölwanneneinlassregelungen. Diese arbeiten aber nicht 100-prozentig störungsfrei.

Anlagenphilosophien

Im Aufbau der Schmierölversorgungsanlagen gibt es zwei wesentlich unterschiedliche Philosophien.

Die Erste setzt auf den Einsatz von dezentralen Tagestanks mit statischem Vorlauf zur jeweiligen Maschine. Diese Tagestanks sollten ca. zwei Meter über dem Einlassmagnetventil der Ölwanne positioniert sein um einen ordentlichen statischen Druck der Ölstandssäule in der Frischölleitung zu erreichen. Dieses garantiert ein ruhiges und schnelles Einströmen des Frischöls in die Ölwanne. Vorteil: Der Tagestank arbeitet komplett autark vom restlichen Frischölsystem. Diese Variante baut keinen hohen Öldruck vor dem Einlassmagnetventil auf wie bei einer Direktbefüllung durch eine elektrische Ölförderpumpe. Durch den statischen Druck kommt es zum ruhigen Einströmen des Öls. Der Level des Schmieröls in der Ölwanne wird genau dosiert. Ein größerer Tagestank (250 Liter) kann auch zwei Maschinen gleichzeitig versorgen.

Die zweite Philosophie setzt auf die Direktbefüllung der Ölwannen durch die Frischölpumpe der Schmierölversorgungsanlage. Hier ist der Vorteil ein einfacher Anlagenaufbau bzw. die Einsparung von Investitionskosten.

Fahren der Ölwechsel

Für die regelmäßigen Ölwechsel wird mit der, an der Schmierölversorgungsanlage installierten Altölpumpe, das verbrauchte Schmieröl (Altöl) aus der Ölwanne der Maschine abgesaugt und in den Altöllagertank gepumpt. Hierfür wird direkt nach dem Abschalten der warmen Maschine der Ablasshahn am tiefsten Punkt der Ölwanne manuell geöffnet. Über die angeschlossene Altölsaugleitung wird das warme Motorenöl durch die Altölpumpe in den Altöltank der Schmierölversorgungsanlage gefördert.

Bei zu langen Leitungswegen empfiehlt sich, zur sicheren Abförderung von Altöl, die Installation von Altölabsaugstationen (OSP) direkt an der Ölwanne. Hierdurch werden Kavitationsprobleme ausgeschlossen. Eine Überfüllung des Altöltanks wird durch eine installierte Überfüllsicherung im Altöltank verhindert. Wenn die Altölabsaugung abgeschlossen ist, wird der Ablasshahn an der Maschine manuell geschlossen.

Nun kann die Frischölbefüllung beginnen. Hierfür wird das Einlassmagnetventil an der Motorenölwanne geöffnet. Nun kann die Frischölpumpe gestartet werden. Achtung: Falls Tagestanks im Frischölleitungssystem integriert sind, müssen diese mit Hilfe von installierten Kugelhähnen bzw. Magnetventilen vorher weggeschaltet werden. Bei Erreichen des maximalen Füllstandes schließt das aktivierte Einlassmagnetventil der Maschine automatisch. Die Maschine ist nun ordnungsgemäß befüllt.

Befüllen des Frischöltanks

Der Frischöltank wird in der Regel durch Tankwagen befüllt. Im Frischöltank befindet sich ein Befüllrohr, welches mit dem Befüll- und Entsorgungsschrank durch eine Rohrleitung verbunden ist. Der Befüll- und Entsorgungsschrank ist i.d.R. an der Außenwand des Gebäudes installiert. In diesem verschließbaren Schrank sind Befüll- und Absaugstutzen, je nach Anlagenstandard in unterschiedlichen Konfigurationen, installiert.

Im Schrank befindet sich auch der Anschluss für die automatische Abschaltung der Tankwagenpumpe durch die Überfüllsicherung im Tank. Außerdem ist eine Alarm-Quittierbox installiert, welche bei Auslösen der Überfüllsicherung im Tank einen optischen und akustischen Alarm über Blitzleuchte und Hupe auslöst. Dieser Alarm kann über einen Quittierungsknopf in der Front der Box quittiert werden. Dadurch wird die Hupe abgeschaltet. Die Blitzleuchte arbeitet solange weiter bis die Überfüllsicherung (ÜSI) nicht mehr benetzt ist.

Absaugen des Altöls

Der Tankwagenfahrer schließt zum Absaugen des Altöls seinen Absaugeschlauch am Altölstutzen des Befüll- und Entsorgungsschranks an. Im Altöltank ist ein Absaugrohr installiert welches bis zum Boden des Tanks reicht. Dieses Absaugrohr ist mittels einer Rohrverbindung mit dem Absaugstutzen im Befüll- und Entsorgungsschranks verbunden. Der Tankwagenfahrer öffnet den Kugelhahn am Absaugstutzen und startet das Absaugen.

Bei Erreichen des Min-Kontaktes im Altöltank wird die 2. Alarmquittierbox ausgelöst. Hierdurch weiß der Tankwagenfahrer sofort, dass der Tank leer ist. Das Absaugen des Altöls ist beendet. Der Tankwagenfahrer quittiert die Alarmquittierbox und kuppelt seinen Saugschlauch ab.