Quo vadis, Tankstelle

Quo vadis, Tankstelle – wohin gehst Du?

Mit der Entwicklung des Autos wurden auch Tankstellen für Kraftstoffe kreiert. In der Anfangszeit wurde mit Handpumpe und Glaskolbenmesser getankt, später kamen elektrische Pumpensysteme mit Durchflusszählern hinzu. Hieraus entstanden die heute uns allen bekannten Zapfsäulen an den Tankstellen sowie die damit verbundenen Eichgesetze für diese Anlagen.

Anfänge der Tankstellenentwicklung

In den Anfängen der Tankstellenentwicklung – in den 20er, 30er Jahren – lag das durchschnittliche Lagervolumen bei 2.000 – 3.000 Litern Benzin. Die Betreiber dieser Tankstellen waren Lebensmittelhändler, Eisenwarenhändler oder die Dorfschmiede.

Hier konnten die damaligen Automobil-Besitzer – es waren ja nicht viele zu der Zeit in Europa – problemlos tanken. Die Mitarbeiter der Verkaufsstellen betankten auch die Fahrzeuge. Eine beschauliche Zeit, in der Autofahren noch etwas Besonderes war. Schließlich war der Besitz eines Automobils für den einfachen Mann in der Regel undenkbar.

Die später entstehenden großen Lkw- und Busbetriebe hatten sehr oft eigene Tankstellen für Kraftstoffe und Öle. Parallel dazu begannen die ersten Ölgesellschaften an den Fernverkehrsstraßen und den neuen Autobahnen eigene größere Tankstellen zu errichten. So konnten sie den immer größer werdenden Fahrzeugandrang problemlos bewältigen. Vielfach öffneten neben diesen Tankstellen auch Restaurants, um die Reisenden mit Speisen und Getränken zu versorgen.

alte Tankstelle

Quelle: https://pixabay.com/de/photos/tankstelle-oldtimer-alte-tankstelle-1665193/

Mit Beginn der 50er Jahre, dem Jahrzehnt des Wirtschaftswunders – änderte sich alles. Pkw und Lkw wurden in immer größeren Stückzahlen produziert. Das Auto wurde für die Mehrheit der Deutschen zum Statussymbol. Und die Tankstellen avancierten zu „Betankungstempeln“. Man fuhr gern dorthin, wurde beachtet und gesehen. Andererseits mussten Kraftfahrer häufig eine Tankstelle ansteuern. Der Verbrauch der Fahrzeuge war enorm. 12 Liter waren günstig, 16 bis 20 Liter auf 100 Kilometer aber die Regel. Die Tankstellenbetreiber konnten gar nicht schnell genug neuen Kraftstoff herbeischaffen.

In den 70er Jahren wurden in den wirtschaftlich führenden Ländern der Welt die Sicherheitsanforderungen für Tankstellen standardisiert. Die Ölgesellschaften übertrumpften sich mit ihren Betankungstempeln: noch größer, noch mehr Serviceangebote, noch mehr Mitarbeiter. Kosten spielten keine Rolle. 30.000 bis 50.000 Liter Tagesumsatz an Tankstellen waren keine Seltenheit. Den Tankstellenbetreibern und den Ölgesellschaften ging es richtig gut. Der Markt schien ewig weiter wachsen zu wollen. Tankstellen schossen wie Pilze aus dem Boden. Selbst in kleinen Städten gab es mehrere Anbieter.

Dann kamen die 90er Jahre und mit ihnen ein Paradigmenwechsel. Der Umweltschutz rückte ins Bewusstsein der Menschen. Die neue Öko-Steuer führte zu einem Anstieg der Kraftstoffpreise. Automobilhersteller entwickelten neue Motoren, die weniger Kraftstoff verbrauchten. Sank der Verbrauch zunächst um 10 Prozent, betrug die Einsparung in den 2000er Jahren bis zu 40 Prozent. Die rosigen Zeiten für Tankstellenbetreiber waren vorbei. Die Umsätze gingen zurück. Der Gesamtmarkt schrumpfte kontinuierlich. Folglich mussten viele Tankstellen schließen. Oft waren es Dorftankstellen mit einem stabilen, aber zu geringen Umsatz.

Erschwerend kam in den 2000er Jahren hinzu, dass viele Menschen in einem Auto kein Statussymbol mehr sehen. Es ist ein Gebrauchsgegenstand, den man nicht mehr besitzen muss, sondern einfach via Carsharing bei Bedarf nutzen kann. 30 bis 50 Prozent der heute unter 30-Jährigen erwerben erst gar keinen Führerschein. Sie nutzen öffentliche Verkehrsmittel und lehnen einen Privat-Pkw auch aus ökologischen Gründen ab. Wissenschaftliche Untersuchungen zu Stickstoff- und Kohlendioxid-Belastung oder zu Feinstaub geben ihnen Recht.

Dieser Einschätzung folgen auch immer mehr Staaten. So hat Japan, die drittgrößte Wirtschaftskraft und der fünftgrößte CO2-Emittent der Welt, beschlossen, ab 2030 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen, sondern nur noch Elektro-Autos sowie Fahrzeuge mit Hybrid- oder Wasserstoff-Antrieb.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Tankstellen ist der Umweltschutz.

In den 60-er und 70-er Jahren des vorigen Jahrhunderts war das Wort „Umweltschutz“ absolut unbekannt. Folglich wurden damals in der Regel einwandige unterirdische Lagertanks in den Tankstellen verwendet. So haben wir heute weltweit zehntausende Tankstellen mit durchkorrodierten Tanks. Riesige Umweltschäden sind das traurige Resultat.

Der heutige Industriestandard in den hochentwickelten Ländern sind doppelwandige oberirdische Tanks. Kein intelligenter Planer in der Industrie wird heute bei langfristigen Projekten doppelwandige unterirdische Lagertanks für Kraftstoffe einsetzen.

Diese Ausführungen sind zwar zugelassen aber unter sicherheitstechnischer Betrachtung von außen, da in der Erde, nicht einsehbar und auf eventuelle Korrosionsschäden nicht kontrollierbar.

Anders oberirdische doppelwandige Lagertanks aus Stahl. Hier wird die Einsehbarkeit zwingend verlangt, denn hier greifen die neuen technischen Erkenntnisse.

Ladesäule E-Auto

Quelle: https://pixabay.com/de/photos/ladestation-e-mobilit%c3%a4t-lades%c3%a4ule-5212924/

Für traditionelle Tankstellen werden die Existenzsorgen weiterwachsen.

Der Grund: die Entwicklung alternativer Antriebe für Kraftfahrzeuge auf Basis von Strom (Sonnenenergie) oder Wasserstoff.

In den nächsten Jahren werden völlig neue hocheffektive elektrische Batteriesysteme in der Automobilindustrie eingeführt. Die Zeit der gefährlichen, leicht entzündlichen Lithiumbatterien geht dann zu Ende. Damit steigt die Akzeptanz wie auch die Anzahl der Neuzulassungen der E-Autos. Hierdurch wird der Kraftstoffumsatz an den Tankstellen weiter einbrechen. Die Dynamik des Technologiewandels kann man nur vorsichtig schätzen. Er könnte aber so explosionsartig verlaufen wie die Einführung des Mobiltelefons.

Ein weiterer Einflussfaktor in Bezug auf die Entwicklung des Tankstellengeschäfts sind Supermärkte bzw. Shoppingmals – die neuen Konsumtempel. Erst das Automobil hat das Entstehen der Shoppingcenter oder großen Supermärkte an den Rändern der Städte ermöglicht. Nur dank des Autos kann man heute schnell und einfach zu den Märkten fahren und seine Großeinkäufe erledigen. Und immer mehr Supermärkte bieten ihren Kunden die Möglichkeit, ihr Fahrzeug gleich dort zu betanken – sei es mit Kraftstoff oder Strom. Dieser Kauf wird unter Umständen zusätzlich mit Bonuspunkten vergütet. Zudem spart der Kunde den Weg zur Tankstelle und somit Zeit und Geld.

Welche Schlussfolgerungen sind für das Tankstellengeschäft der Zukunft zu ziehen?

  1. Autobahntankstellen und Tankstellen an stark befahrenen Fernverkehrsstraßen werden weiterhin Bestand und Berechtigung haben. Die Kraftstoffumsätze werden relativ stabil bleiben.
  2. Trucktankstellen im Land, die einen komplexen Service für Fahrer und Fahrzeug bieten, haben eine große Zukunft. Derartige Tankstellen findet man alle 50 bis 100 Kilometer. Ihr Kraftstoffumsatz wird weiterhin hoch sein.
  3. Normale Tankstellen in Städten und Dörfern sind im Betrieb teuer und unflexibel. Die Gewinnmarge ist aufgrund kleiner Absatzmengen gering. Der Betrieb ist bzw. wird unrentabel.
  4. Der Aufbau eines modernen Versorgungsnetzes an Puffertankanlagen in ländlichen Regionen ist zwingend erforderlich. Nur so können kleinere Bedarfsmengen rentabel zum Kunden transportiert werden. Die Puffertanklager sollten aufgrund der vorhandenen Infrastruktur möglichst neben Trucktankstellen positioniert werden.
  5. Die Kraftstoffversorgungslogistik – von der Raffinerie über Großtanklager, Puffertanklager bis hin zur regionalen Tankstelle – muss automatisiert erfolgen. Nur so lassen sich effektive Versorgungsrouten der Tankwagen planen. Das bedingt die vollautomatische Überwachung und Fernsignalisierung der Füllstände in allen Tanks und Tankwagen.
  6. Die Tankvolumina in der Provinz werden 2.000 bis 5.000 Liter pro Medium betragen.
  7. Die Kraftstoffabgabe an die Fahrzeuge wird über automatisierte Bezahlsysteme erfolgen. Es ist kein Servicepersonal mehr erforderlich.
  8. Die Betankungseinheiten sind containerisiert. Sie bestehen aus Tank und Zapfeinheit. Sie sind mobil und bei Bedarf austauschbar.
  9. Beim Design der Tankstellen liegt das Augenmerk künftig auf der Funktionalität, nicht vordringlich auf Optik. Gefragt sein werden hochmoderne, funktionelle, mobile Einheiten, die alle Aufgaben der Kraftstofflogistik übernehmen können.
  10. Die neuen Tankstellensysteme sind hochsicher, doppelwandig und vollelektronisch überwacht. Sie sind in einem ISO-Containerrahmen mit CSC-Zulassung montiert. Sie verfügen über eine vollelektronische Zugangskontrolle zu den Tankkammern und zum Backoffice. Sie ermöglichen eine rationelle Kraftstoffabgabe.
  11. In den neuen Tankstellensystemen sind Hardware und Elektronik eine Einheit – ein Modul. Durch genaue Größenanpassung können diese Module dem sich ändernden Bedarf angepasst werden.
  12. Durch den modularen Aufbau im Containerrahmen können diese Module problemlos ausgetauscht und z.B. generalüberholt werden.
  13. Falls durch den Technologiewandel hin zum E-Auto in der jeweiligen Region kein Bedarf mehr für Kraftstofftankstellen vorhanden ist, werden sie demontiert und zu einem neuen Einsatzort transportiert.

Krampitz Tankstellencontainer und ihre Einsatzgebiete

Krampitz bietet unterschiedliche Tankstellenmodule an.

1.) Aufgabe: Großtankstellen mit einem hohen Kundenaufkommen (Pkw und Trucks) an Fernverkehrsstraßen

Lösung: KCU-Universal-Baukastensystem

Hier können bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig tanken, bei Einsatz von zusätzlichen Dispenserplattformen sechs bis acht Fahrzeuge.

Es sind Zwei-Kammer- und Drei-Kammer-Varianten für bis zu drei Medien und Volumen bis 40.000 Liter möglich. Ein Ad-Blue-Tank kann dazu kombiniert werden.

Großtankstelle

2.) Aufgabe: Truckstationen – Großtankstellen

Lösung: KCU-Tankstellen-Baukasten kombiniert mit einem Puffergroßtanklager.

Es werden sowohl Trucks betankt als auch kleinere Tankwagen, die die Region versorgen.

Im Puffertanklager sind 50.000 bzw. 100.000 Liter Kraftstoff pro Medium zwischengelagert. Das Puffertanklager versorgt automatisch die KCU-Tankstelle.

Tankstelle mit Puffergroßtanklager

3.) Aufgabe: städtische Tankstellen für Pkw

Lösung: KCM-Baureihe

Es können zwei Fahrzeuge gleichzeitig betankt werden. Volumen: 40.000 Liter.

PKW Tankstelle

4.) Aufgabe: ländliche Mikro-Tankstellen für Pkw und Traktoren

Lösung: KCC-Tankstellen

Es kommen nur Ein-Kammer-Versionen zum Einsatz. Die Module haben Volumen von 2.000 bis 5.000 Liter.

Jedes Modul ist mit einer Zapfsäule für ein Medium ausgerüstet. Die Abrechnung/Bezahlung erfolgt am Terminal der Zapfsäule.

Mikro-Tankstelle

Was bedeutet die Prognose der Tankstellenentwicklung für die Vertriebsaktivitäten der Ölkonzerne?

  1.  Ölkonzerne werden ihre wirtschaftliche Aktivität als Betreiber von Tankstellen einschränken. Stattdessen fungieren sie als Produzent und Lieferant an Dritte.
  2. In der Fläche werden kleine Tankstellen schließen, so dass die Ölkonzerne als Kraftstoff-Lieferant ihre Logistik umstellen müssen. Denkbar wäre der Aufbau von Puffertanklagern, etwa neben bereits bestehenden unternehmenseigenen Tankstellen. Kleinere Tankwagen werden hier gefüllt und liefern den Kraftstoff an Micro-Tankstellen.
  3. Da neue Kraftstoffe wie Wasserstoff an Bedeutung gewinnen, engagieren sich verstärkt Ölkonzerne in diesem Bereich. So berichtet Handelsblatt.com am 29.09.2020: „Shell will Nummer eins für grünen Wasserstoff werden“. Und der Konzern BP schreibt auf seiner Homepage: „Ziel von bp ist es, langfristig den gesamten fossil erzeugten Wasserstoff zu ersetzen und so zu einer deutlichen Senkung der CO2 Emissionen in der Kraftstoffproduktion beizutragen“ Folglich müssen neben der Produktion auch Vertrieb und Verkauf (Tankstellentechnik) an Endkunden entwickelt und aufgebaut werden.

Was ist ein modernes Tankstellenmodul?

Welche technischen Merkmale kennzeichnen ein modernes Tankstellenmodul?

  1. Doppelwandige Tankkörper aus Stahl mit Vakuumlecküberwachung – ein modernes, sicheres Lecküberwachungssystem.
  2. CSC-zugelassener Containerrahmen – wichtig für reibungslosen internationalen Transport und Akzeptanz.
  3. Elektronische Inhaltsanzeigen – Fernüberwachung der Füllstände vom Zentraloffice aus.
  4. Einsatz von hochwertigen, elektronischen Überfüllsicherungen in Verbindung mit Eingangsmotorkugelhähnen zum Schließen der Befüllleitungen – sicheres Vermeiden von Überfüllungen bei der Betankung.
  5. Komfortable SPS-Zentralsteuerung mit Touchscreen – einfaches Einrichten Überwachen wie auch Abrufen aller Tankstellendaten.
  6. Elektronische Türschlösser – sichere Fernüberwachung und Zugangskontrolle.
  7. Einsatz von Detonationssicherungen und ATEX zugelassener Ausrüstung bei Bezintankstellen – Vermeidung von Explosionen.
  8. Einbau von Antihebersicherung in Saugleitungen.

Fazit

Die Zukunft der altbekannten Tankstellen ist schwierig. Traditionelle Tankstellen sind in der Unterhaltung zu teuer, also unrentabel. Die generierten Umsätze passen nicht mehr zum Bauwerk und dem erforderlichen Servicepersonal. Hier sind technische Lösungen gefragt, die trotz kleiner Umsätze Gewinn generieren. Dies ist nur mit modularen vollautomatischen Tankstelleneinheiten in der Fläche möglich. Denn Diesel und Benzin werden – bei sinkender Nachfrage – in den nächsten 20 oder 30 Jahren als Kraftstoff weiterhin eine Rolle spielen.

Die Tankstelleneinheiten kann man in Dörfern wie auch auf Parkplätzen an Supermärkten aufstellen und betreiben. Die Kunden werden dieses Angebot als ein faires und intelligentes Servicekonzept wahrnehmen.

Vollautomatische Tankstelleneinheiten mit einem zentralen, automatischen Versorgungskonzept sind die einzige gewinnbringende, technische Lösung für die Kraftstoffversorgung in den nächsten Jahrzehnten.